Das Konzept und das pädagogische Team

Der deutsch-französische Kindergarten ist die erste Stufe des deutsch-französischen Zweiges in Freiburg. Er wurde gegründet, um die Kinder auf die deutsch-französische Grundschule (die sich im gleichen Gebäude befindet) vorzubereiten.

Wer sein Kind in den deutsch-französischen Kindergarten anmeldet, trifft bewußt die Wahl für diesen kombinierten Bildungsweg. Diese vorschulische Früherziehung ist eine große Bereicherung für das Kind, verlangt aber auch ein gewisses Maß an persönlichem Engagement sowohl seitens des Kindes (höhere Erwartungen und schwierigerer Schulrhythmus) als auch seitens der Eltern (Hausaufgabenbetreuung, Unterstützung der beiden Sprachen und Kulturen zu Hause).

Das Konzept des Kindergartens wurde speziell erstellt, damit die Kinder die Ziele des  französischen Programms erreichen können unter gleichzeitiger Zugrundelegung  der Inhalte   der französischen „Vorschule“ sowie des deutschen Kindergartens. Eine regelmäßige Anwesenheit der Kinder wird erwartet.

In einem Beobachtungsbogen werden die Fortschritte eines jeden Kindes festgehalten. Er wird ein Mal jährlich den Eltern der kleinen Klasse und jeweils zwei Mal jährlich den Eltern der mittleren und der großen Klasse übergeben.

Die Klassen entsprechen der Gruppierung der französischen Vorschulen: in der kleinen Klasse sind die 3-4 jährigen, in der mittleren die 4-5 jährigen und in der großen die 5-6 jährigen Kinder. Die Kinder gehen automatisch in die nächste Gruppe über und werden dann in die erste Klasse der deutsch-französischen Grundschule eingeschult. In einigen wenigen Fällen können die Erzieher/Lehrkräfte vorschlagen,  daß ein Kind, das besondere Schwierigkeiten hat, in einer Gruppe für ein 2. Jahr bleibt.

Der Tagesablauf

Der Kindergarten ist montags bis freitags von 7.50 Uhr (Aufnahme der Kinder ab 7.40 Uhr) bis 13.00 Uhr geöffnet. Die Kinder müssen bis spätestens 8.15 Uhr ankommen, um rechtzeitig zum Stuhlkreis anwesend zu sein, der täglich um 8.30 Uhr beginnt. Dieses „Ritual“ erfolgt abwechselnd auf Französisch und auf Deutsch.

Zwischen 9 und 11 Uhr werden den Kindern verschiedene Aktivitäten angeboten, die unter der Leitung der französischen und deutschen Erzieher entweder im Klassenzimmer oder in einem Nebenraum durchgeführt werden.

Gegen 10.30 Uhr wird eine Gruppenaktivität mit der gesamten Klasse mal in der einen, mal in der anderen Sprache angeboten. Im Anschluß daran gibt es um 11 Uhr die gemeinsame Vesperpause. Die Pause dauert von 11.35 Uhr (nach der Pause der Grundschulkinder) bis ca. 12.30 Uhr. Der Schulhof ist groß und bietet viele Spielmöglichkeiten. Der Tag wird durch eine letzte gemeinsame Aktivität gegen 12.30 Uhr abgeschlossen.

Von 12.45 Uhr bis spätestens 13 Uhr können die Eltern ihre Kinder abholen. Die Kinder, die später abgeholt werden, müssen unbedingt auf die Liste, die vor jedem Klassenzimmer aushängt, eingetragen werden.

Die deutschen Erzieher stehen bis 13.40 Uhr zur Aufsicht der noch anwesenden Kinder zur Verfügung.

Die Erzieher/Lehrkräfte

Jeweils zwei Erzieher/Lehrkräfte sind gemeinsam verantwortlich für eine Klasse: der/die deutsche Erzieher/Erzieherin, der/die durch den Verein école 92 eingestellt ist, und eine französische Lehrkraft, die von dem französischen Kultusministerium der AEFE (Agence pour l’Enseignement du Français à l´Étranger) zugeteilt ist.

Jede(r) Erzieher/Erzieherin spricht mit den Kindern in seiner eigenen Sprache und arbeitet gemäß seiner Berufsausbildung. Die französischen Lehrkräfte werden regelmäßig von dem aus Berlin gesandten französischen Schulrat kontrolliert. Der deutsch-französische Kindergarten ist ein bilingualer Ort, in dem 2 Kulturen miteinander leben (ebenso auf der pädagogischen Ebene).